MEET ME IN HEAVEN


Die Ausstellung zeigt unterschiedlichste Positionen der zeitgenössischen Kunst, die sich mit der Endlichkeit des Lebens auseinandersetzen, mit Tabus brechen und damit einer zentralen Aufgabe der Kunst nachkommen: Verdrängtes zurück ins Bewusstsein zu holen. Im Zentrum der Ausstellung, deren Titel sich an der gleichnamigen Arbeit von Tracey Emin (2004/2011) orientiert, steht das ambivalente Verhältnis des modernen Menschen zum Tod. In unserer säkularen Gesellschaft werden Selbstverwirklichung und ewige Jugend als ideale Werte propagiert, während der Tod weitestgehend aus unserem Leben verdrängt wird. Die Menschen hoffen auf Fortschritte in den Naturwissenschaften und der Medizin, die dazu beitragen sollen, dem Ideal der ewigen Jugend näherzukommen. Produkte, die wie diesseitige Heilsversprechen beworben werden, ersetzten weitgehend die christlichen Jenseitsvorstellungen, die über viele Jahrhunderte Orientierung boten. Obwohl die eigene Sterblichkeit in unserer heutigen Zeit oftmals verdrängt wird, begegnen wir dem Tod tagtäglich. Besonders das Internet, das Instrument der Massenkommunikation des 21. Jahrhunderts, versorgt uns in Echtzeit mithilfe von sozialen Netzwerken, Livestreams und Newsfeeds mit einer Bilderflut von Katastrophen, Unfällen und Kriegen. In diesen medialen Formen nehmen wir das Leiden und den Tod der Menschen fast täglich wahr. Dennoch lässt uns gerade diese Bilderflut zu großen Teilen unberührt, da sie von dem Einzelnen nicht mehr verarbeitet werden kann. Die Auseinandersetzung mit dem Tod ist zum Tabu in unserer Gesellschaft geworden und wird weitgehend verdrängt. Alle in der Ausstellung vorgestellten Werke eint, dass ihre subtilen Allegorien und Darstellungsformen als Versuch gedeutet werden können, einen Zugang zu dem abstrakten Thema Tod zu ermöglichen.

 

Elmgreen & Dragset, Tracey Emin, John Isaacs, Robert Mapplethorpe, Kris Martin, Michael Müller, David Nicholson,

Tim Noble & Sue Webster, Jack Pierson, Michael Sailstorfer, Andrea Stappert, Nasan Tur